Latein · Lehrbuchphase II und ĂbergangslektĂŒre · Klasse 1. Lernjahr bis Abitur
Römische Geschichte und Kultur
Von der GrĂŒndungssage ĂŒber Republik und Kaiserzeit bis zur SpĂ€tantike â mit Gesellschaft, Politik, Religion und Alltag der Römer.
đŻ Lernziele
Nach diesem Thema kannst du âŠ
- die Epochen der römischen Geschichte einordnen
- Gesellschaft (patres familias, Patrizier/Plebejer, Klienten, Sklaven) beschreiben
- die Ămterlaufbahn (cursus honorum) erklĂ€ren
- Religion und Alltag der Römer beschreiben
- Wirkung der Antike bis heute erkennen
đĄ ErklĂ€rung
Epochen: Nach der Sage wurde Rom 753 v. Chr. von Romulus gegrĂŒndet; nach den Königen folgte ab etwa 509 v. Chr. die Republik, in der Rom durch Kriege â u. a. gegen Karthago (Punische Kriege, 264â146 v. Chr.) â zur GroĂmacht im Mittelmeer wurde. Im 1. Jh. v. Chr. fĂŒhrten BĂŒrgerkriege zum Ende der Republik (Caesar, ermordet 44 v. Chr.). Ab 27 v. Chr. herrschte Augustus als erster Kaiser (Prinzipat). Die Kaiserzeit brachte lange Friedensphasen (pax Romana), spĂ€ter Krisen; das Christentum wurde unter Konstantin gefördert. 476 n. Chr. endete das Weströmische Reich.
Gesellschaft: Die Familie (familia) unterstand dem pater familias mit groĂer Gewalt ĂŒber alle Angehörigen. Die BĂŒrger teilten sich in Patrizier (alter Adel) und Plebejer; spĂ€ter bildete sich eine neue Oberschicht (NobilitĂ€t). Viele Menschen waren als Klienten an einen Patron gebunden (Schutz gegen Gefolgschaft). Sklaven waren rechtlos und Eigentum ihrer Herren, konnten aber freigelassen werden (Freigelassene, liberti).
Politik: Die wichtigsten Ămter der Republik bildeten den cursus honorum: QuĂ€stor (Finanzen), Ădil (MĂ€rkte, Spiele, Ordnung), PrĂ€tor (Rechtsprechung), Konsul (zwei, Leitung von Staat und Heer). Ămter waren jĂ€hrlich und mit Kollegen besetzt (AnnuitĂ€t, KollegialitĂ€t). Der Senat aus ehemaligen AmtstrĂ€gern hatte groĂen Einfluss; Volkstribunen schĂŒtzten die Plebejer. Religion: Götter wie Iuppiter, Iuno, Minerva, Mars, Venus, Neptun, Vesta; Opfer und Rituale (do ut des â âich gebe, damit du gibstâ), Hausgötter (Laren, Penaten).
Alltag: Forum, Thermen, Theater, Wagenrennen im Circus Maximus, GladiatorenkĂ€mpfe im Amphitheater (Kolosseum), Wohnen in der domus (Reiche) oder in MietshĂ€usern (insulae). Nachwirkung: römisches Recht, lateinische Sprache in Kirche, Wissenschaft und Fremdwörtern, StĂ€dte und StraĂen in Europa, Architektur.
Die Laufbahn Ciceros: Er war QuĂ€stor (75 v. Chr.), Ădil (69), PrĂ€tor (66) und Konsul (63 v. Chr.) â jeweils im frĂŒhestmöglichen Alter, obwohl er als âhomo novusâ (erster seiner Familie im Senat) keinen konsularischen Vorfahren hatte.
đ Fachbegriffe
- pater familias
- Familienoberhaupt mit umfassender Gewalt.
- Patrizier / Plebejer
- Alter Adel / ĂŒbrige BĂŒrger.
- Patron / Klient
- Schutzherr / abhÀngiger Gefolgsmann.
- cursus honorum
- Ămterlaufbahn: QuĂ€stor â (Ădil) â PrĂ€tor â Konsul.
- Senat
- Rat der ehemaligen AmtstrÀger.
- homo novus
- Erster einer Familie, der in den Senat bzw. ins Konsulat gelangte.
â ïž Typische Fehler
- Republik und Kaiserzeit verwechseln; Caesar war kein Kaiser.
- GrĂŒndungssage (753 v. Chr.) als gesicherte Tatsache darstellen.
- AnnuitĂ€t und KollegialitĂ€t der Ămter ĂŒbersehen.
âïž Ăbungen
Aufgabe 1 · leicht: Ordne chronologisch: Kaiserzeit, Königszeit, Republik.
Lösung anzeigen
Königszeit â Republik (ab ca. 509 v. Chr.) â Kaiserzeit (ab 27 v. Chr.).
Aufgabe 2 · mittel: ErklÀre die Prinzipien AnnuitÀt und KollegialitÀt und ihren Zweck.
Lösung anzeigen
AnnuitĂ€t: Ămter nur fĂŒr ein Jahr; KollegialitĂ€t: jedes Amt mit mindestens zwei gleichberechtigten Inhabern. Zweck: Machtmissbrauch und Alleinherrschaft verhindern (Erfahrung mit den Königen).
â Selbsttest
đ§Ÿ Zusammenfassung
- Königszeit â Republik (ab ca. 509) â Kaiserzeit (ab 27 v. Chr.) â Ende Westrom 476.
- pater familias, Patrizier/Plebejer, Patron/Klient, Sklaven.
- cursus honorum, Senat, AnnuitÀt, KollegialitÀt.
- Religion (do ut des), Alltag, Nachwirkung.
đ© Frag CELINA zu âRömische Geschichte und Kulturâ
Passt dazu: Caesar: De bello Gallico · Cicero: Reden, Philosophie, Briefe · Vergil: Aeneis